Wartenberger Hof
Veranstaltungshaus

Haupteingang:
Woldegker Straße
13059 Berlin 

Postanschrift:
Dorfstraße 2
13059 Berlin
(kein Zugang zum
Veranstaltungshaus)

Tel. +49 30 - 96 06 99 99
(
kostenpflichtige Nummer)


Anfragen bitte per eMail an:
info@wartenberger-hof.de

 

Familientradition seit 1792

Seit dem Jahr 1792 ist die Familie Böttcher auf der Hofstelle an der Dorfstraße 2, einem ehemaligen Rittergut, ansässig.

Generation 5:

Adolf Böttchers Helmut Böttcher Bildeinziger Sohn Helmut Böttcher (*28.06.1916) führte den Wartenberger Hof noch bis 1953 gemeinsam mit seiner Mutter als selbständigen landwirtschaftlichen Betrieb. Helmut Böttcher war Oberhaupt der 5. Generation und letzter Bauer auf dem Hof. 

Für seinen Kampf um Gerechtigkeit und Tradition wurde er drangsaliert und enteignet.

Er erbaute einen großen Kuhstall direkt neben dem Wohnhaus.
Dieses Gebäude ist erhalten.
Danach begann die dunkle Seite des Hofes, als der Betrieb durch die örtliche LPG verwaltet wurde. Das historische Aussehen des Hofes, wie z.B. die Stuckfassade und das Schieferdach des Wohnhauses, sowie auch die typischen Backsteinfassaden der Stallungen, der Backofen im Keller des Wohnhauses und die Gewölbedecken im Pferdestall, bis hin zur großen Fachwerkscheune, wurden zerstört. Der gesamte Nachbarhof, von Helmut Böttchers Tante Minna, wurde abgerissen.
1953 wurde Helmut Böttcher durch die Straforgane der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wegen „Durchkreuzung der wirtschaftlichen Maßnahmen der deutschen Verwaltungsorgane und zugleich wegen Gefährdung der Wirtschaftsplanung“ verurteilt.
Er wurde enteignet und acht Jahre lang in der zentralen Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit der DDR in Hohenschönhausen untergebracht. Zwei Monate nach der Enteignung Helmut Böttchers wurde die LPG 1.Mai Wartenberg gegründet und erklärte sich zum Verwalter des Gutshofes der Familie Böttcher.

Helmut Böttcher durfte leider bis zu seinem Tod am 14.06.1987,
nur 2 Wochen vor seinem 71. Geburtstag,
nicht wieder auf seinen Hof zurückkehren.

1994, sieben Jahre nach seinem Tod, wurde Helmut Böttcher rehabilitiert.
Das Landgericht Berlin erkannte, dass die Verurteilungsgründe nur dazu dienten, Helmut Böttcher politisch verfolgen zu können, da er die Staats- und Wirtschaftsform der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) nicht mittragen wollte und somit als Gegner betrachtet wurde.
Die Entscheidungen dienten dazu, Helmut Böttcher politisch zu disziplinieren, mundtot zu machen und insbesondere sein Vermögen und das Gehöft staatlicher Kontrolle und Planwirtschaft zuzuführen.

SchildSeit dem 16.09.2015 ist sein Name nun auch durch die Namensgebung des benachbarten Seniorenheims verewigt: Das an den Wartenberger Hof angrenzende Haus der Volkssolidarität Berlin trägt den Namen Helmut-Böttcher-Haus. Am 28.06.2016 wäre Helmut Böttcher 100 Jahre alt geworden.